Krypto vs. Aktien

Vielleicht hast du Freunde, die dir erzählen, wie viel Geld sie mit Bitcoin oder irgendeinem "Memecoin" gemacht haben. Das klingt verlockend, oder? Aber bevor du dein Geld investierst, musst du den fundamentalen Unterschied verstehen. Beim Investieren in Kryptowährungen brauchst du starke Nerven. Die Kurse sind extrem volatil: Was heute durch die Decke geht, kann morgen tief abstürzen. Mache dir bewusst, dass ein Totalverlust jederzeit möglich ist.

Kryptowährungen können ein spannender, kleiner Teil eines Portfolios sein, wenn du bereit bist, das Geld im schlimmsten Fall komplett abzuschreiben. Aber sie sind kein Ersatz für den Vermögensaufbau mit Aktien.

Behandle Krypto wie einen Besuch im Casino: Nimm nur das Geld mit, dessen Verlust dir nicht wehtun würde.

Substanz vs. Hoffnung

Wenn du eine Kryptowährung kaufst, kaufst du oft nur einen digitalen Eintrag in einer Datenbank (Blockchain).

Die meisten Kryptowährungen erwirtschaften keinen Gewinn und zahlen keine Dividende. Ihr Wert basiert fast ausschließlich auf Angebot und Nachfrage. Der Preis steigt nur, wenn jemand anderes bereit ist, noch mehr dafür zu bezahlen als du (das sogenannte "Greater Fool Theory"-Risiko). Manche Projekte bieten technische Nutzen, aber diese sind schwer zu bewerten und stecken oft noch in den Kinderschuhen.

Das Risiko: Investition vs. Spekulation

Aktien gelten langfristig als Investition (Kapitalanlage). Kryptowährungen sind aktuell fast immer reine Spekulation. Hier sind die konkreten Gefahren, die du bei Krypto hast, bei breit gestreuten Aktien (wie einem Welt-ETF) aber kaum.

Extreme Volatilität (Schwankung)

Der Aktienmarkt gilt als "unruhig", wenn er mal um 10 % fällt. In der Krypto-Welt sind Schwankungen von 50 % bis 80 % durchaus möglich. Du kannst morgens aufwachen und dein Portfolio ist nur noch die Hälfte wert, ohne dass es eine konkrete schlechte Nachricht gab. Einfach nur, weil die Stimmung "schlecht" ist.

Der Totalverlust ist realer

Wenn du auf eine Einzelaktie setzt, kann diese pleitegehen (siehe Wirecard). Aber wenn du in einen Aktienfonds investierst, ist ein Totalverlust extrem unwahrscheinlich, da die Weltwirtschaft nicht einfach auf "Null" fällt. Bei Kryptowährungen gibt es viele Projekte, die nach einem Hype auf 0,00 Euro gefallen sind und sich nie wieder erholt haben. Viele Coins haben keinen inneren Wert, der sie auffängt.

Fehlende Regulierung & "Wilder Westen"

Der Aktienmarkt ist streng reguliert. Es gibt Börsenaufsichten, Wirtschaftsprüfer und Einlagensicherungen bei Verrechnungskonten.

Im Krypto-Markt:

  • Mögliche Marktmanipulation durch "Whales" (große Investoren) ist einfacher möglich.

  • Es gibt keine staatliche Absicherung, wenn eine Krypto-Börse pleitegeht (siehe den Fall FTX). Wenn die Plattform weg ist, sind deine Coins meistens auch weg.

Technische Risiken & Eigenverantwortung

Bei einem Aktiendepot kannst du dein Passwort zurücksetzen lassen. In der Krypto-Welt gilt oft: "Not your keys, not your coins."

  • Verwaltest du deine Coins selbst (auf einer Hardware Wallet) und verlierst deinen Zugangsschlüssel, ist das Geld unwiderruflich weg. Kein Support der Welt kann dir helfen.

  • Schickst du Coins an eine falsche Adresse? Geld weg.

  • Wirst du gehackt? Geld weg.